Der Vizepräsident der FhTW Berlin, Prof. Dr. Klaus Semlinger und Prof. Dr. Udo Kraft haben eine Baugemeinschaft gebildet. Prof. Kraft ist Bauingenieur im entsprechenden Studiengang und hat die Schwerpunkte „Betontechnologie, Gebäudeanalyse, Konstruktiver Ingenieurbau, Tragfähigkeit von Altbaukonstruktionen“. Dies alles hat offenbar beim Bau mit den LEGO Elementen geholfen. Das Gemeinschaftswerk nennt sich „Doppelhaus – Am City-Anger Nr. 1a und 1b. Es handelt sich um ein „mitwachsendes Haus“. „Der Begriff geht auf den Wettbewerb des Berliner Stadtbaurates Martin Wagner von 1931 zurück, an dem sich namhafte Architekten wie Eiermann, Gropius, Scharoun sowie Bruno und Max Taut beteiligt hatten“, so Professor Dr. Udo Kraft. Die Grundidee ist schnell erklärt: es gibt Module, die je nach Bedarf zusammengesetzt werden. Kleine Familie, wenig Module. Große Familie, mehrere Module. Professor Dr. Klaus Semlinger sagt: „in unserem Haus 1a wohnt auf einer Fläche von 60 m⊃2; ein junges, sportbegeistertes Paar und im Haus 1b, das 100 m⊃2; hat, lebt ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern, das gerade eine weitere Aufstockung plant“. Deshalb liegen die bereits fertigen Module neben dem Haus.
Radiomoderator Jochen Trus faszinieren die schlichten und funktionalen Bauten. „Gemacht aus der Hand von Architekten-Genies“, lobt er den Berufsstand und hat sich deshalb entschieden, die Neue Nationalgalerie nachzubauen. Hiermit ist er der LEGO-Konkurrent für Ludwig Mies van der Rohe! Jochen Trus gesteht: „ebenso schwierig wie die Auseinandersetzung mit der Kunst, war auch die Architektur meiner LEGO-Nationalgalerie“. Wer das eindrucksvolle Flachdach betrachtet wird das auch verstehen. „Ich habe erst das Dach gefertigt, dann angehoben und auf Pfeiler gestellt“ erläutert der Bauherr. Architekt zu werden war einer seiner Berufsträume. Schauspieler und Comedian Georg Uecker zieht es baulich in die Wüste. Er hat die „Bunten Pyramiden“ gestaltet. „Bewacht werden die Pyramiden von meiner roten Sphinx“, so Georg Uecker, „und wer die restlichen Steine sucht, findet sie in den Pyramiden“. Aber eigentlich ist dort die Mumie versteckt. Uecker verrät: „es sollte besser keiner versuchen, in die Pyramiden einzusteigen – auch, wenn die Mumie Humor versteht!“. Zum Transport der Ausstellungen wird der wertvolle Wüstensand in eigens dafür beschaffte Gefäße gefüllt. „Viel Sonne, viel Ruhe finden wir hier bei meinen Pyramiden und sie sind pflegeleicht und halten viele viele Jahre“, so der Sonnenliebhaber Uecker. Die „Tiergarten-Towers“ stammen von Philipp C. Tabert (Winters & Hirsch). „Mir war wichtig, dass ich ein Gebäude für die Berliner konstruiere. Deshalb habe ich die „Tiergarten-Towers gebaut“, so der Immobilienberater. Diese Tower stehen imposant an der südlichen Grenze zum Tiergarten und laden die Besucher zum Verweilen ein. Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass beide Gebäude gleich sind und durch ein weiteres Gebäude miteinander verbunden. Die Konstruktion ist so gestaltet, dass sich ein Innenhof ergibt. „Hier laden wir die Besucher ein, auf unseren Kunstwerken Platz zu nehmen“, freut sich Philipp C. Tabert. Wer sich nicht setzen möchte, kann im linken Tower mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform fahren und seinen Blick über Berlin schweifen lassen. Bei so viel Konkurrenz musste sich der Präsident des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V., Christian Baumgart, etwas einfallen lassen. „Ich haben uns ein DAI-LOGO-HAUS gebaut“, sagt Baumgart stolz. Wer residiert schon mit seiner Firma in einem eigenen LOGO-Haus. Das Gebäudeensemble – bestehend aus einem „D“, „A“ und „I“, ist auf die Mitglieder des DAI e.V. aufgeteilt. Im Vorderen Teil, dem „D“, sitzt das Präsidium und dort ist auch die Kantine mit Seminarräumen zu finden. Die Architekten haben ihre Büros im zweiten Komplex, dem „A“. Im dritten Teil, dem „I“, sitzen die Ingenieure. Dort soll auch die Tiefgarageneinfahrt sein. „Unsere Kunst am Bau ist ‚Kunst auf dem Bau’“, so Baumgart. „Wir haben ein Männchen mit einer Fahne, auf die unser Motto gedruckt ist: Baukultur!“.

Da soll noch einer sagen, dass die Prominenten das Motto nicht eingehalten haben.
Diese Ausstellung sucht ihresgleichen!

"Baukultur", Ausgabe Oktober 2008