Baubeschreibung: Doppelhaus
Am City-Anger Nr. 1a und 1b
Bauherrengemeinschaft:
Prof. Dr.-Ing. Udo Kraft
/Prof. Dr. Klaus Semlinger, Fachhochschule für
Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW)


Wahl der Form des Baues: Es handelt sich um ein „mitwachsendes Haus“.
Der Begriff „mitwachsendes Haus“ geht auf den Wettbewerb des Berliner Stadtbaurates Martin Wagner von 1931 zurück, an dem sich namhafte Architekten wie Eiermann, Gropius, Scharoun sowie Bruno und Max Taut beteiligt hatten. Die Grundidee – durch modulare Bauweise ein Haus flexibel auf die sich im Lebensablauf seiner Bewohner ändernden Bedürfnissen anpassen zu können – wurde entsprechend den heutigen Anforderungen weiterentwickelt, denn der problemlose Rückbau ist bereits miteingeplant: Der übliche „Lebenszyklus“ eines Gebäudes „Planen/Bauen/Unterhalten/Abriss – Müllkippe“ wird verändert in
„Planen/Bauen/Erweitern/Umbauen/ Rückbauen – Neuaufbau in anderer Form an anderer Stelle“.
Bewohner: In Haus 1a mit ca. 60 qm; Wohnfläche wohnt ein junges, sportbegeistertes Paar, im Haus 1b mit ca. 100 qm; ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern, das gerade eine weitere Aufstockung plant.
Standort: In einer Großstadt mit hohen Grundstückspreisen.
Hausnummer: 1a und 1b, da diese Häuser erste Klasse sind.
Zum Gebäude: Um größtmögliche Flexibilität zu erhalten, wurden leicht kombinierbare Stahlbetonmodule in den Abmessungen von 3 x 3m bzw. 3 x 6m gewählt. Damit ergeben sich genügend breite Räume auf kostenbedingt kleinen Grundstücken. Im ersten Element ist der Eingang mit den Hausanschlüssen, eine Küche und ein WC bereits integriert. Die Wärmedämmung und die Dachabdichtung der begrünten oder als Terrasse plattierten Flachdächer sind demontierbar, damit Außenwände bei einer Erweiterung zu Innenwänden werden können und Aufstockungen jederzeit möglich sind. Inneneinläufe ersparen äußere Dachrinnen und Fallrohre: das Regenwasser wird zum Spülen und zur Gartenbewässerung gesammelt. Die Terrassenbrüstungen sind gleichzeitig Sonnenkollektoren und Absturzsicherung.